Gedächtnis des Menschen – Die Angst vorm Vergessen

Jeder Mensch erinnert sich gerne an besondere Momente, an Personen die dieser einmal kennengelernt hat oder auch an bestimmte Situationen die einen starken Einfluss auf die eigene Person hatten. Natürlich gibt es im Gegenzug auch Momente, an die wir uns eher ungern erinnern und dennoch sind sie in unserem Kopf. Auch wenn man hier wohl gerne sagen möchte, dass man diese Momente am liebsten vergessen würde, so fürchten wir uns als Menschen doch gerade vor dieser Situation. Das Vergessen von Schlüsselerlebnissen in unserem Leben. Doch wann vergessen wir eigentlich und warum?

Vergessen ist menschlich

Vergessen ist menschlich, diesen Spruch hat wohl jeder schon einmal gehört. Tatsächlich ist es so, dass es sich hierbei um eine natürliche Reaktion des Körpers handelt. Genau genommen um die Reaktion unseres Gedächtnisses. Denn das Gedächtnis nimmt zwar unzählige Informationen Tag für Tag auf, jedoch bedeutet dies nicht gleichzeitig, dass wir diese Informationen auch behalten. Man spricht hierbei von kurzzeitigen Informationen, die vom Gedächtnis als nicht relevant betrachtet werden. Das Gedächtnis entfernt solche Informationen nach einer gewissen Zeit. Nur Informationen die für unser Leben sinnvoll sind werden dauerhaft oder über einen langen Zeitraum gespeichert. Auch dies hängt von der Priorität der Information ab. Ob eine Information wirklich sinnvoll ist oder nicht, entscheiden wir teils selbst, teils wird dies aber auch automatisch vom Gedächtnis festgelegt. Beispielsweise Informationen die wir über einen langen Zeitraum nicht mehr benötigt oder verwendet haben, streichen wir dadurch aus unserem Gedächtnis. Bleiben tuen hingegen Informationen die wir entweder sehr häufig benötigen oder durch äußerliche Einflüsse immer wieder in den Vordergrund bewegt werden. Relevante Informationen, die wir für unsere täglichen Entscheidungen und Handlungen benötigen, werden vom Gedächtnis automatisch gespeichert und je nach Situation zur Verfügung gestellt. So können wir unseren Alltag mit Hilfe unseres Wissens einfach und sinnvoller gestalten, ohne dass uns direkt bewusst ist, dass wir dies über diese Möglichkeit fabrizieren. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei nämlich um einen unbewussten Einfluss.

Demenz – die Krankheit des Vergessens

Während wir im Verlauf unseres Lebens immer wieder Informationen löschen, weil diese nicht mehr benötigt werden, ist es bei einer Krankheit so, dass wir hier wesentliche Informationen verlieren, die aber für uns teilweise notwendig sind. Eine solche Krankheit ist beispielsweise die Demenz. Die Demenz wirkt sich direkt auf unser Gedächtnis aus und verhindert, dass wir Informationen abrufen können. Ob diese Informationen wirklich gelöscht werden oder ob diese einfach nur blockiert sind, darüber lässt sich bisher noch keine direkte Antwort geben. Bei einer Demenz geht man momentan noch davon aus, dass hier ein Verlust von Informationen vorliegt, wobei es sich jedoch nicht um die Information selbst handelt sondern viel mehr um den Weg zu dieser Information. Das heißt, man kann diese Situation sehr gut mit einem Buch vergleichen. Ein Buch bietet zahlreiche Informationen die über verschiedene Seiten erlangt werden können. Um schneller an die besagte Information zu gelangen, kann man das Inhaltsverzeichnis nutzen. Steht dieses aber jetzt plötzlich nicht mehr zur Verfügung, kann man nicht mehr nachvollziehen, wo die jeweilige Information stand. Ähnlich soll es sich auch bei der Demenz verhalten. Man geht hier ebenso davon aus, dass hier die Grundstruktur nicht mehr vorhanden ist. Dies würde auch erklären, warum die Demenz auf ganz unterschiedliche Bereich im Gedächtnis eine Auswirkung hat. Fakt bleibt, dass die Demenz eine der schwerwiegendsten Erkrankungen ist, unter der man leiden kann. Bisher wurde zu dieser Krankheit auch noch keine Methode für eine Heilung gefunden. Auch das zeigt noch einmal die schwere der Krankheit.

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